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Tagblatt Online, 4. August 2012, 01:37 Uhr

Ein Neuer, der St.Gallen kennt

Dzengis Cavusevic

Fussball FC St.Gallen - FC Zuerich Zürich Zoom

Dzengis Cavusevic hat sich vor seinem Wechsel nach St. Gallen in Wil einen Namen gemacht. (Bild: Michel Canonica)

FUSSBALL. St.Gallens neuer Stürmer Dzengis Cavusevic hat mit seinen zwei Toren gegen den FC Zürich die Herzen des Publikums bereits in der dritten Runde erobert. Heute um 19.45 Uhr empfängt der Slowene mit dem FC St.Gallen die Grasshoppers.

PATRICIA LOHER

Jeder Stürmer träumt diesen Traum. Er ist neu bei einem Club, gekommen aus einer tieferen Liga. Im dritten Saisonspiel wird er kurz vor der Pause eingewechselt, wenig später gelingt ihm ein Traumtor zum 2:1. Dann trifft er gar noch zum 3:1, und 13 500 Zuschauer jubeln ihm zu. Für Dzengis Cavusevic wurde der Traum Realität. Vor einer Woche im Heimspiel gegen den FC Zürich war der Slowene, in der 44. Minute für den angeschlagenen Nico Abegglen eingewechselt, St.Gallens Matchwinner.

Schnell wird offensichtlich: Nichts liegt dem Neuzugang ferner, als das Rampenlicht zu suchen. Am Tag vor dem Heimspiel gegen die Grasshoppers sagt der 24-Jährige mehr als einmal: «Ohne ein funktionierendes Team kann ich keine Tore erzielen. Ich bin auf die Vorarbeit meiner Kollegen angewiesen.» Sein Trainer Jeff Saibene bestätigt den Eindruck. Cavusevic stelle sich in den Dienst der Mannschaft, sei ruhig und zurückhaltend. «Trotzdem strahlt er auf dem Feld eine grosse Präsenz aus und läuft viel», so der Luxemburger. Cavusevic' früherer Coach beim FC Wil, Axel Thoma, sagte noch im Herbst: «Er hat in den vergangenen Jahren auch taktisch dazugelernt.»

Überraschte Landsleute

Unbekannt war Cavusevic in der Ostschweiz nicht, als St.Gallen im Mai seine Verpflichtung bekanntgab. Der Slowene hatte sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren bei Nachbar Wil einen Namen gemacht. In 63 Meisterschaftspartien traf er 32mal. Cavusevic zählte seit seinem Entscheid, in die Schweiz zu wechseln, zu den treffsichersten Stürmern der Challenge League. «Viele Leute in Slowenien waren überrascht, als sie hörten, dass ich in die zweithöchste Schweizer Liga gehen würde. Sie dachten, das sei ein Rückschritt», sagt der Fussballer und fügt an: «Aber ich habe alles richtig gemacht. In Wil sammelte ich wertvolle Erfahrungen.»

Vor seinem Wechsel nach Wil spielte Cavusevic für Domzale, das zuvor zwei Meistertitel gefeiert hatte. In der Folge sei es der Mannschaft aber nicht mehr so gut gelaufen wie in den Jahren davor, sagt Cavusevic, der in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana aufgewachsen ist. Die Messlatte sei aber noch immer sehr hoch gelegen und der Druck deshalb gross gewesen. «So habe ich mich entschieden, nach Wil zu gehen.»

Der 1,87 m grosse Stürmer hatte keine Anlaufschwierigkeiten. Er erwies sich als Glücksgriff, der regelmässig traf. Wie viele Wiler vor ihm wurde auch Cavusevic für die Super-League-Clubs interessant. Anscheinend soll sich die halbe Liga um den Slowenen bemüht haben. «Das hat mich nie beschäftigt», sagt er. «Solange ich bei Wil unter Vertrag war, habe ich mich nur auf Wil konzentriert.» Ende der vergangenen Saison aber verliess er den Club. Der frühere slowenische Nachwuchs-Internationale unterschrieb beim Super-League-Aufsteiger St.Gallen, gegen den er noch in der Saison zuvor gespielt hatte, einen Zweijahresvertrag. «Ich kannte den Club, ich kannte die Stadt und war auch schon als Zuschauer in der AFG Arena. Der Entscheid fiel schnell», sagt Cavusevic, der in Bronschhofen wohnen bleibt. Seine gute Bilanz aus der Challenge League habe er unterdessen vergessen. «Was nun zählt, ist St.Gallen.» Denn ein Wechsel in eine höhere Liga ist immer auch mit der Ungewissheit verbunden, ob der Durchbruch erneut gelingen wird. «Dieser Start», sagt Cavusevic, «tut dem Selbstvertrauen gut. Aber ich weiss: Ich kann mich noch überall verbessern.»

Kein Blick auf die Tabelle

Die zwischenzeitlichen Wolken – zwei Nächte vor dem Saisonstart entzündete sich an Cavusevic' Fuss eine Warze – verzogen sich schnell. Bereits im zweiten Spiel auswärts gegen Lausanne kam er zu einem ersten Teileinsatz, ehe er gegen Zürich die grosse Bühne zu einem grossen Auftritt nutzte. Noch schaut sich Cavusevic die Tabelle nicht an. Das sei zu früh. Er sei keiner, der träume und Pläne schmiede. Im Fussball, sagt er, bringe das nichts.



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