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Tagblatt Online, 9. August 2012, 08:26 Uhr

Mit allem Glück dieser Fussballwelt

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Marco Streller verliert das Kopfballduell mit Vegard Forren. (Bild: Keystone)

Basel steht kurz vor der Verabschiedung und zittert sich mit einem 1:1 gegen Molde ins Champions-League-Play-off. Goalie Yann Sommer hielt in der Nachspielzeit einen Penalty und rettete damit den FCB vor dem Ausscheiden in der 3. Runde der Qualifikation.


Keystone

Flurin Clalüna, Basel

Eigentlich hätte ihm dieses Spiel auf den Magen schlagen müssen. Aber mitten in der zweiten Halbzeit holte sich der Basler Sportchef Georg Heitz ein Sandwich vom Verpflegungsstand und setzte sich wieder auf seinen Tribünenplatz. Einfach einmal ein paar Minuten nicht hinschauen, vielleicht hilft das ja.

Sommers Parade

Es half nicht. Ja, Heitz wäre der kleine Imbiss wohl beinahe wieder hochgekommen. Denn in der Nachspielzeit bekam Molde beim Stand von 1:1 einen Penalty zugesprochen, und der FCB brauchte alles Glück dieser Fussballwelt und eine aussergewöhnliche Parade des Goalies Yann Sommer, um das Ausscheiden in der dritten Runde der Qualifikation der Champions League abzuwenden. Der FCB hatte sehr viel Glück. Und es war nicht einmal das Glück des Tüchtigen. Denn Basel spielte gegen einen limitierten Gegner so ungenügend wie selten, vor allem vor der Pause.

«Maximal unzufrieden» sei er mit der ersten Halbzeit gewesen, sagte der Trainer Heiko Vogel. Und er sprach von «Adrenalin pur», das am Ende des Spiels durch seinen Körper geschossen sei. Aber es war wohl eher der Angstschweiss, der ihm zu schaffen machte.

Gehemmt und ängstlich

Der FC Basel tat sich so schwer, wie das niemand erwartet hatte, er war zögerlich und unsicher, ja manchmal wirkte er sogar ängstlich. Und er lag nach einer halben Stunde 0:1 im Rückstand gegen einen Gegner, den er doch eigentlich hatte beherrschen wollen.

Aber der FCB strahlte gegen Molde überhaupt keine Souveränität aus, er zog sich mit seiner Gehemmtheit sogar den Unmut des eigenen Publikums zu. So betäubt hatte es seinen FCB schon sehr lange nicht mehr erlebt. Die Basler hatten zwar durch David Degen eine Viertelstunde vor Schluss ausgleichen können, sie standen aber dennoch nur Sekunden vor dem Ausscheiden, als der Penaltypfiff des Schiedsrichters ertönte. Doch Yann Sommer machte mit der Parade seinen Fehler beim Gegentreffer wieder gut.

Der Molde-Trainer Ole Gunnar Solskjaer sagte nach dem Spiel ganz emotionslos über den Elfmeterschützen: «Magne Hoseth wird weiterhin Penaltys schiessen. Er hat vermutlich 50 von 52 Elfmetern in seiner Karriere verwandelt. Und es gibt wichtigere Dinge im Leben als diesen Penalty.» Man wünschte sich mehr Trainer wie Solskjaer, die auch in der Niederlage über den Penaltypunkt hinausdenken.

Der Basler Verteidiger Markus Steinhöfer sagte nach der Partie, Sommer sei der beste Goalie, den er kenne. Wie viele Torhüter Steinhöfer persönlich kennt, wissen wir nicht. Aber was sich mit Sicherheit sagen lässt: Sommer wird allmählich unheimlich, wenn es darum geht, Elfmeter abzuwehren. Schon im Cup-Final gegen Luzern hatte er zwei Penaltys gehalten.

Dass der FC Basel am Freitag interessiert nach Nyon schauen kann, wo die Play-offs zur Champions League ausgelost werden, hatte er am Ende vor allem seinem Goalie zu verdanken. So wahrte sich der FCB die Chance, zum dritten Mal in Serie in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen.



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