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Tagblatt Online, 2. Juli 2012, 11:03 Uhr

Klare Verhältnisse

Nach dem 4:0 der Spanier im EM-Final von Kiew gegen Italien soll in beiden Equipen alles so bleiben, wie es ist. Nur, dass Italien an der WM 2014 in Brasilien reüssieren will.


Perikles Monioudis

Perikles Monioudis

Nach dem EM-Titel 2008 und dem WM-Titel 2010 konnte die spanische Fussballauswahl auch den dritten grossen Titel in Folge erringen, den EM-Titel 2012. Im Final bezwang das Team von Coach Vincente de Bosque die müde wirkenden Italiener dank Treffern von Silva, Jordi Alba, Torres und Mata 4:0.

«Nicht fit, nicht frisch»

Der italienische Coach Cesare Prandelli stützte nach der klaren Niederlage denn auch auf diese grosse Müdigkeit ab, die seine Spieler im Final angefallen habe. «Wir waren einfach nicht fit und nicht frisch, vor allem im Vergleich zu anderen Spielen in diesem Turnier. Gegen eine so starke spanische Mannschaft kann man müde nicht bestehen.» Prandelli fügte hinzu: «Wenn es etwas zu bedauern gilt, dann die Tatsache, dass wir nicht genug Zeit hatten, um uns vorzubereiten. Deshalb konnten wir in manchen Situationen den Ball nicht zurückerobern.»

Der Coach spielte damit darauf an, dass sein Team nach der Verletzung des kurz zuvor eingewechselten Thiago Motto ab der 62. Minute zu zehnt agieren musste, aber auch auf die Tatsache, dass es nach dem Halbfinal gegen Deutschland (2:1 am 28. Juni) einen Tag weniger Zeit zur Regeneration hatte als die Spanier (4:2 n.P. gegen Portugal am 27. Juni). Die nötige Zeit für einen Exploit will sich Prandelli nun aber doch noch nehmen. «Es gab Zeiten, da ich nicht ganz sicher war, ob ich weitermache. Aber dieses spannende Projekt muss weitergehen, denn wir wollen ja, dass dieses Team sich weiterentwickelt.»

Der italienische Torhüter Gianluigi Buffon zeigte sich nach der Niederlage enttäuscht, aber abgeklärt. «Das war kein Spiel. Spanien war uns weit überlegen. Wenn man gegen eine unverletzbare Kraft antritt und verliert, fällt es leichter, sich mit der Niederlage abzufinden», sagte der Captain und Weltmeister von 2006. Der Gegner sei «von unschätzbarer Qualität» gewesen, Italien habe «alles gegeben».

Demut im Triumph

Dass der spanische Coach Vincente del Bosque im Triumph überheblich werden würde, war nicht zu erwarten. Er äusserte sich im Triumph unaufgeregt: «Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man. Die Italiener haben ein sehr gutes Turnier gespielt. Ihnen hat das Glück gefehlt, deshalb konnten wir so souverän gewinnen. So ist der Sport. Eine 4:0-Niederlage kann einmal passieren.»

Der Coach schaut nach vorn: «Wir sind jetzt sehr glücklich. Der Erfolg des spanischen Fussballs ist historisch. Aber wir müssen in die Zukunft schauen und uns für die WM 2014 in Brasilien qualifizieren.»

Auch die spanische Offensivkraft Xavi beschäftigt die Zukunft. «Ich werde mit dem Trainer reden, aber wenn ich mich körperlich gut fühle, würde ich gern nach Brasilien reisen.» Captain und Torhüter Iker Casillas verweist auf die langjährige Anlage eines Titelgewinns: «Die Arbeit beginnt viel früher, die Arbeit der Coaches, die uns zu Champions in allen Kategorien geformt haben. Wir erleben die glorreiche Zeit des spanischen Fussballs.»

Ob diese Zeit bis nach der WM 2014 in Brasilien andauern wird, werden nicht zuletzt auch die zu neuen Ufern aufbrechen wollenden Italiener unter Coach Prandelli mitbestimmen.



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