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Tagblatt Online, 6. Juli 2012, 20:08 Uhr

Federer mit beeindruckender Vorstellung

Roger Federer steht zum achten Mal im Final des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon. Der Baselbieter schlug den Weltranglistenersten und Titelhalter Novak Djokovic aus Serbien 6:3, 3:6, 6:4, 6:3.


((si))

Roger Federer baute seine herausragende Halbfinalserie in Wimbledon aus; seine persönliche Bilanz lautet nach seinem neuesten Coup 8:0. Erstmals seit dem French Open 2011 steht der Schweizer damit wieder in einem Major-Endspiel, seinem 24. insgesamt, aber erst dem zweiten in den letzten zweieinhalb Jahren.

Gegner Federers wird am Sonntag mit Andy Murray ein Wimbledon-Finaldebütant sein. Der Schotte bezwang den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga 6:3, 6:4, 3:6, 7:5 und zog als erster Brite seit 1938 am Traditionsturnier in den Final ein.

Der siebente Titel in Wimbledon – und der 17. Grand-Slam-Triumph insgesamt – wäre für Roger Federer gleichbedeutend mit der Rückeroberung der Nummer 1 in der Weltrangliste.

Es wäre seine 286. Woche an der Spitze des Rankings, womit er den Rekord von Pete Sampras einstellen würde. Mit dem Amerikaner würde er im Siegfall eine weitere Bestmarke teilen. Sampras und der Engländer Bill Renshaw – er zwischen 1881 und 1889 – gewannen das prestigeträchtige Tennisturnier sieben Mal.

Tennis vom Allerfeinsten im 3. Satz

In den ersten beiden Sätzen dominierte der Aufschlag: Roger Federer gewann den ersten Durchgang nach nur vier vergebenen Punkten bei eigenem Service, Novak Djokovic den zweiten mit nur drei Minuspunkten.

Ab dem dritten Satz bot die Partie Tennis vom Allerfeinsten. Federer konnte früh im Satz nach einigen Marathon-Ballwechseln mehrere Breakchancen nicht verwerten und sah sich dann im neunten Game der einzigen Breakchance Djokovics gegenüber.

Diese machte Federer mit einem Service-Winner zunichte, wenig später holte er sich den Satzvorsprung mit einem verwandelten Schmetterball. Im vierten Satz war Djokovic dann phasenweise demoralisiert und Federer nach dem frühen Break zum 2:0 der klare Chef im Court. Nach 2 Stunden 19 Minuten beendete er die Partie mit einem Servicewinner.

Federer: «Das beste Tennis abgerufen»

Es sei so glücklich, sagte Roger Federer nach dem Match unter grossem Beifall des Publikums. Mit seiner Leistung gegen Djokovic könne er zufrieden sein. «Es ist mir heute gelungen, mein bestes Tennis abzurufen», sagte der Schweizer. Er hatte aber auch für den Verlierer ein Lob übrig: «Novak Djokovic spielte auf hohem Niveau.» Im dritten Satz sei ihm in entscheidenden Phasen auch das Glück beigestanden. Im Hinblick auf den Final vom Sonntag wollte sich Federer nicht auf die Äste hinauslassen. Es warte bestimmt eine schwierige Aufgabe auf ihn – egal, wie der Gegner auch heisse.

Verlierer Novak Djokovic war nach der Niederlage enttäuscht: «Die Phase Ende des dritten und Anfang des vierten Satzes hat mich um die Siegchancen gebracht. Mein Energielevel ist da weit gesunken, und das kann man sich gegen Federer nicht erlauben», analysierte der Serbe, der seinen Gegner in etwa so stark erwartet hatte. «Ich hätte besser spielen müssen.»



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