Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 27. Juni 2012 18:56:24

SVP-Twitterer entschuldigt sich

Sieht sich als Medienopfer: Der ehemalige SVP-Politiker Alexander Müller (rechts) neben Urs Fehr, Präsident der Stadtzürcher SVP Kreis 7 + 8. Zoom

Sieht sich als Medienopfer: Der ehemalige SVP-Politiker Alexander Müller (rechts) neben Urs Fehr, Präsident der Stadtzürcher SVP Kreis 7 + 8. (Bild: Karin Hofer/ NZZ)

Der Verfasser des Twitter-Eintrags «Kristallnacht für Moscheen» hat sich am Mittwochnachmittag öffentlich entschuldigt. Er bedauere seine Nachricht sehr und habe die Konsequenzen gezogen.

Der wegen einer Twitter-Meldung zur Kristallnacht in die Schlagzeilen geratene Alexander Müller ist aus der SVP ausgetreten und hat alle seine politischen Ämter niedergelegt. Am Mittwoch entschuldigte sich der Lokalpolitiker für seine «fragwürdigen Aussagen», die er am Wochenende im Internet publiziert hatte.

Seinen Rücktritt hatte Müller bereits am Dienstagabend an der regulären Vorstandssitzung der Kreispartei Zürich 7/8 erklärt. Er kam damit dem Ausschlussverfahren zuvor, welches das Präsidium der SVP der Stadt angekündigt hatte. Neben dem Parteiaustritt legt Müller auch sein Amt als Schulpfleger nieder. Damit ziehe er die Konsequenzen aus seinem Handeln, gab sich Müller am Mittwochmittag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz reumütig. Er entschuldige sich in aller Form bei allen, deren Gefühle er verletzt habe. Im Tweet, der Müller zum Verhängnis wurde, hatte er geschrieben, es brauche vielleicht wieder eine Kristallnacht, diesmal für Moscheen.

An der Medienkonferenz wurde Müller von Urs Fehr sekundiert, der ihm als Präsident der Kreispartei 7/8 anfänglich den Rücken gestärkt hatte. Damals habe er aber einen falschen Wissensstand gehabt, sagte Fehr. Für ihn sei Müller kein Rassist, er habe ihn als engagiertes Parteimitglied und gewissenhaften Schulpfleger kennengelernt. Der Vorfall zeige, dass man sich als politisch engagierte Person gut überlegen müsse, wie man sich in der Öffentlichkeit äussere. Müller hatte den Tweet am Samstagabend wieder gelöscht, doch einige Empfänger hatten einen Screenshot als Beweismittel erstellt.

Dem 37-jährigen Finanzfachmann Müller wurde wegen der Twitter-Meldung die Stelle gekündigt; die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren wegen Verstosses gegen die Rassismusstrafnorm. Aus Rücksicht auf dieses Verfahren wollte sich Müller nicht näher zu den Umständen äussern, wie die Twitter-Meldung zustande gekommen war. Der SVP-Lokalpolitiker war in den vergangenen Jahren schon mehrfach aufgefallen mit unqualifizierten Tweets gegen Frauen, Muslime, Linke oder generell Andersdenkende.




Leser-Kommentare:
5 Beiträge

Kommentare lesen

deich (28. Juni 2012, 08:38)
Lesen

Liebe(r) OKIFINOKI: Sie müssen doch nicht alle "quatschbeiträge" lesen!

Beitrag kommentieren

unbekannt (27. Juni 2012, 17:14)
DEICH

ihre kommentare werden allmählich unerträglich für den konsumenten dieser zeitung - ihre art von "sachlichkeit" übersteigt jegliche form von niveaulosigkeit - vorschlag : wandern sie aus, der vatikan sucht laufend moralapostel - dann müssen wir ihre quatschbeiträge nicht mehr mitlesen -

Beitrag kommentieren

micella (27. Juni 2012, 19:46)
Okifinoki

Hier darf wohl jeder seine Meinung sagen, auch wenn einem das nicht in den Kram passt. Jemandem zu schreiben verbieten, grenzt ja schon an Zensur, wenn nicht Dikatur... Ohne Deich würde diese Plattform endgültig mit rechtspopulistischen Aussagen überhäuft werden. Es wäre gut, wenn Sie nicht von sich auf andere schliessen würden, denn es soll ja auch Leser geben, die Deichs Kommentare schätzen...

Beitrag kommentieren

deich (27. Juni 2012, 15:15)
A-D-O-L-F-K

ADOLFK31 vermisch Inhalte, die nicht zu vermischen sind! "Gleichberechtigung" ist zudem ein derart dummes Geschwätz, welches im Umkehrschluss nahe an die Müller'sche Kristallnacht-Version heran reicht. Mit geschichtlichen Ereignissen dieser Dimension ist definitiv nicht zu spielen, auch nicht von einem Sympathisanten der äussersten rechten CH-Fraktion - schon gar nicht von Christen. Müller hat sich für etwas entschuldigt, das in der Kernaussage unentschuldbar bleibt, ob man nun als Schulpfleger "besoffen" war oder nicht.

Beitrag kommentieren

adolfk31 (27. Juni 2012, 14:51)
Gleichberechtigung ?

Es gibt Laender auf dieser Erde, die verdammen uns Christen ganz unbestraft und gar niemand wird zum politischen Rueckzieher beordnet ...

Beitrag kommentieren

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Morgen in der
So ticken die Polizeien
Spardruck Der Polizei fehlt Personal. Wie die Ostschweizer Kantone damit umgehen und wo es Synergien gibt.
Chemische Kastration gefordert
Unorthodox Der Thurgauer Tierschützer Reinhold Zepf will die Biber-Population in Schach halten.
Die Schirmmacher
Regenschrim In Uznach ist Regenwetter gutes Wetter. Denn hier steht die letzte Schirmfabrik der Schweiz.
Die Wiege der Düsenjets
Pilatus-Werke Die Pilatus-Werke haben in diesen Tagen ihren neuen Jet präsentiert. Was viele nicht mehr wissen: Die Wiege der Schweizer Jets liegt in der Ostschweiz, in Altenrhein.

Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

facebook.com / tagblatt

 ...