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Tagblatt Online, 27. Juni 2012, 18:56 Uhr

SVP-Twitterer entschuldigt sich

Der Verfasser des Twitter-Eintrags «Kristallnacht für Moscheen» hat sich am Mittwochnachmittag öffentlich entschuldigt. Er bedauere seine Nachricht sehr und habe die Konsequenzen gezogen.


Der wegen einer Twitter-Meldung zur Kristallnacht in die Schlagzeilen geratene Mann ist aus der SVP ausgetreten und hat alle seine politischen Ämter niedergelegt. Am Mittwoch entschuldigte sich der Lokalpolitiker für seine «fragwürdigen Aussagen», die er am Wochenende im Internet publiziert hatte.

Seinen Rücktritt hatte er bereits am Dienstagabend an der regulären Vorstandssitzung der Kreispartei Zürich 7/8 erklärt. Er kam damit dem Ausschlussverfahren zuvor, welches das Präsidium der SVP der Stadt angekündigt hatte. Neben dem Parteiaustritt legt der Twitterer auch sein Amt als Schulpfleger nieder. Damit ziehe er die Konsequenzen aus seinem Handeln, gab er sich am Mittwochmittag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz reumütig. Er entschuldige sich in aller Form bei allen, deren Gefühle er verletzt habe. Im Tweet, der ihm zum Verhängnis wurde, hatte er geschrieben, es brauche vielleicht wieder eine Kristallnacht, diesmal für Moscheen.

An der Medienkonferenz wurde der SVP-Lokalpolitiker von Urs Fehr sekundiert, der ihm als Präsident der Kreispartei 7/8 anfänglich den Rücken gestärkt hatte. Damals habe er aber einen falschen Wissensstand gehabt, sagte Fehr. Für ihn sei der Twitterer kein Rassist, er habe ihn als engagiertes Parteimitglied und gewissenhaften Schulpfleger kennengelernt. Der Vorfall zeige, dass man sich als politisch engagierte Person gut überlegen müsse, wie man sich in der Öffentlichkeit äussere. Der Beschuldigte hatte den Tweet am Samstagabend wieder gelöscht, doch einige Empfänger hatten einen Screenshot als Beweismittel erstellt.

Dem 37-jährigen Finanzfachmann wurde wegen der Twitter-Meldung die Stelle gekündigt; die Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren wegen Verstosses gegen die Rassismusstrafnorm. Aus Rücksicht auf dieses Verfahren wollte sich der Mann nicht näher zu den Umständen äussern, wie die Twitter-Meldung zustande gekommen war. Der SVP-Lokalpolitiker war in den vergangenen Jahren schon mehrfach aufgefallen mit unqualifizierten Tweets gegen Frauen, Muslime, Linke oder generell Andersdenkende.



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Leser-Kommentare:
5 Beiträge
deich (28. Juni 2012, 08:38)
Lesen

Liebe(r) OKIFINOKI: Sie müssen doch nicht alle "quatschbeiträge" lesen!

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unbekannt (27. Juni 2012, 17:14)
DEICH

ihre kommentare werden allmählich unerträglich für den konsumenten dieser zeitung - ihre art von "sachlichkeit" übersteigt jegliche form von niveaulosigkeit - vorschlag : wandern sie aus, der vatikan sucht laufend moralapostel - dann müssen wir ihre quatschbeiträge nicht mehr mitlesen -

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micella (27. Juni 2012, 19:46)
Okifinoki

Hier darf wohl jeder seine Meinung sagen, auch wenn einem das nicht in den Kram passt. Jemandem zu schreiben verbieten, grenzt ja schon an Zensur, wenn nicht Dikatur... Ohne Deich würde diese Plattform endgültig mit rechtspopulistischen Aussagen überhäuft werden. Es wäre gut, wenn Sie nicht von sich auf andere schliessen würden, denn es soll ja auch Leser geben, die Deichs Kommentare schätzen...

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deich (27. Juni 2012, 15:15)
A-D-O-L-F-K

ADOLFK31 vermisch Inhalte, die nicht zu vermischen sind! "Gleichberechtigung" ist zudem ein derart dummes Geschwätz, welches im Umkehrschluss nahe an die Müller'sche Kristallnacht-Version heran reicht. Mit geschichtlichen Ereignissen dieser Dimension ist definitiv nicht zu spielen, auch nicht von einem Sympathisanten der äussersten rechten CH-Fraktion - schon gar nicht von Christen. Müller hat sich für etwas entschuldigt, das in der Kernaussage unentschuldbar bleibt, ob man nun als Schulpfleger "besoffen" war oder nicht.

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adolfk31 (27. Juni 2012, 14:51)
Gleichberechtigung ?

Es gibt Laender auf dieser Erde, die verdammen uns Christen ganz unbestraft und gar niemand wird zum politischen Rueckzieher beordnet ...

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