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Tagblatt Online, 19. August 2012, 13:06 Uhr

Asylbewerber sollen DNA-Probe abliefern

Asylbewerber im Empfangszentrum in Chiasso Zoom

Asylbewerber im Empfangszentrum in Chiasso. (Bild: Keystone)

Angesichts der Zunahme krimineller Asylbewerber fordert der jurassische Polizeikommandant Olivier Guéniat, von allen Asylbewerbern DNA-Proben zu nehmen. Der Vorstand der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) berät demnächst über den Vorschlag.


Der Kanton Jura erlebe einen explosionsartigen Anstieg von Straftaten durch Asylbewerber, vor allem bei Taschendiebstählen sowie bei Haus- und Fahrzeugeinbrüchen, sagte Guéniat in einem Interview mit "SonntagsZeitung" und "Le Matin Dimanche".

Die Delikte würden "zweifelsfrei" von einer Gruppe Asylbewerber aus Tunesien, teils auch aus Algerien und Marokko, begangen. "2012 haben alle im Jura präsenten Tunesier Straftaten begangen", sagte der Polizeikommandant.

Bei den Asylbewerbern handle es sich vorwiegend um alleinstehende Männer von 18 bis 30 Jahren. Da diese nicht die geringste Chance hätten, aufgenommen zu werden, hielten sie sich an keine Regeln.

"Sie begehen Delikte in Serie, täglich und ohne Unterlass." Die Bewährungsstrafen, welche die neue Strafprozessordnung vorsehe, hätten dabei keinerlei abschreckende Wirkung. Der Nachweis sei schwierig. "Wenn man sie festnimmt, streiten sie alles ab und machen sich über die Polizei lustig."

"Wir haben Erfolg mit DNA-Spuren, doch leider haben wir nicht von allen Asylbewerbern Proben", sagte Guéniat. Man müsse deshalb von allen Asylbewerbern DNA-Proben nehmen oder zumindest von allen allein stehenden Männern ohne Papiere. "Das würde enorm helfen."

Die DNA werde dämonisiert. Man nehme ja auch die Fingerabdrücke von allen Asylbewerbern. "Das ist genauso aufwendig."

KKJPD-Vorstand berät Ende Woche

Offene Ohren findet der Vorschlag beim bernischen Polizeidirektor und KKJPD-Präsidenten Hans-Jürg Käser. "Ich kann mir das persönlich vorstellen", sagte er am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. "Es ist eine Tatsache, dass es seit dem sogenannten Arabischen Frühling eine erhebliche Zunahme krimineller nordafrikanischer Asylbewerber gibt."

Er werde den Vorschlag zur systematischen Entnahme von DNA-Proben in der Sitzung des KKJPD-Vorstands am kommenden Donnerstag und Freitag "sicher thematisieren", sagte Käser.

Gemäss den Statistiken, welche acht Kantone (AG, BE, JU, NE, SG, TI, VS, ZH) der "SonntagsZeitung" zur Verfügung stellten, hat die Zahl krimineller Asylbewerber im ersten Halbjahr 2012 um 77 Prozent zugenommen. (sda)



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Leser-Kommentare:
4 Beiträge
deich (20. August 2012, 08:34)
Gleichheit schaffen

Ich schlage vor, dass jeder Schweizer, wenn er in ein fremdes Land einreist, sein Stammland also verlassend, sich einer DNA-Probe unterziehen lässt. Was mit den über 700'000 Schweizern diesbezüglich geschieht, die sich bereits heute im Ausland niedergelassen haben, wäre noch zu erörtern.

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Werner.Stoeckli (21. August 2012, 04:57)
@Deich

Obwohl ich Ihre Kommentare in der Regel unterstützen kann, vergleichen Sie hier Aepfel mit Birnen. Offenbar scheinen eine grosse Anzahl von Asylbewerbern ernsthafte Probleme zu machen und werden kriminell. Dies den rund 700´000 Expats quasi indirekt auch zu unterstellen, entbehrt jeglicher Basis. In diesem Sinne; herzliche Grüsse aus China!

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zombie1969 (19. August 2012, 13:34)
Lediglich...

eine Scheinlösung. Auch die Einführung dieser DNA-Massnahme würde keinen einzigen Kriminellen aus der CH raus bringen. Hier wird auf Steuerzahlers Kosten nur ein Scheingefecht geführt. Ansetzten müsste man ganz anderswo, nämlich in der Asyl-Migrationspolitik. Hier sind aber in absehbarer Zeit keine grossen Änderungen zu erwarten, daher begnügt man sich weiterhin damit über z. B. solche DNA-Massnahmen zu debattieren. Weiter im Trott...

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adolfk31 (20. August 2012, 04:18)
Aber nur so ....

kann doch unser Beamten Heer weiterhin erfolgreich ausgeweitet werden.

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