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Tagblatt Online, 20. August 2012, 18:01 Uhr

FPÖ-Chef veröffentlicht antisemitische Karikatur

Der Chef der FPÖ, Heinz-Christian Strache (Archiv) Zoom

Der Chef der FPÖ, Heinz-Christian Strache. (Bild: Keystone)

Der Chef der rechtspopulistischen Partei FPÖ, Heinz-Christian Strache, hat mit einer antisemitischen Karikatur auf seiner Facebook-Seite für Empörung gesorgt. Parteien und zivilgesellschaftliche Vertreter reagierten am Montag mit scharfer Kritik auf eine Zeichnung, die am Samstag auf dem Profil des österreichischen Politikers zu sehen war.


Die Zeichnung zeigte einen übergewichtigen Mann mit Hakennase und Davidsternen auf den Manschettenknöpfen, der laut Bildbeschriftung "die Banken" darstellen sollte; ein ausgemergelter Mann in zerschlissener Kleidung symbolisierte das "Volk".

Es sei kein Zufall, dass Karikaturen über Juden "ähnlich wie im einstigen (NS-Propagandablatt) 'Stürmer'" auf der Facebook-Seite von Strache erschienen, erklärte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch. Die österreichischen Grünen bezeichneten die Karikatur als "pure Provokation".

Die sozialdemokratische Abgeordnete Petra Bayr sagte, sei sei über dieses Bild "zutiefst schockiert". Bayr verwies zudem auf Straches islamophobe Äusserungen.

Auf dem Facebook-Profil war auch ein Foto mit Strache neben einem Spanferkel zu sehen. In einer Bildunterschrift, die später wieder entfernt wurde, war zu lesen: "Isst du Schwein, darfst du rein."

Strache tauschte am Sonntag nach einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur APA die antisemitische Bankiers-Karikatur gegen das unverfänglichere Original aus. Die antisemitischen Merkmale waren laut APA dem kapitalismuskritischen Original aus den 60er Jahren nachträglich zugefügt worden.

Strache bestritt in einer Erklärung den Vorwurf, er sei Antisemit. Er habe nur auf den "Cartoon" eines anderen Lesers verlinkt. (sda/afp)



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
zombie1969 (22. August 2012, 16:28)
Blöde...

Karikatur! Noch blöder allerdings ist der unnötige und überflüssige Wirbel darum seitens der Dauerempörten. Mehr Gelassenheit ist angesagt!

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